Elzer SPD-Fraktion will Stolpersteine auch in Elz

Mit dem „Stolpersteinprojekt“ des Künstlers Gunter Demnig wird in vielen Städten und Gemeinden der Opfer des Nationalsozialismus unter jüdischen und körperlich oder geistig eingeschränkten Menschen gedacht. Im Landkreis Limburg-Weilburg wurden bereits in Limburg, Bad Camberg und Merenberg Stolpersteine verlegt, im Mai wird die Gemeinde Brechen hinzukommen. Auch in der Stadt Hadamar gibt es einen entsprechenden Beschluss der Stadtverordnetenversammlung. Der Künstler Gunter Demnig verlegt seit 1995 im In- und Ausland sogenannte „Stolpersteine“, zehn mal zehn Zentimeter große Metallplatten, die im Straßenpflaster eingelassen werden. Sie erinnern an die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Menschen und werden vor dem letzten frei gewählten Wohnsitz verlegt. SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Lang erklärt, mit den Stolpersteinen solle daran erinnert werden, dass die Opfer nationalsozialistischer Gewalt in allen Städten und Gemeinden unseres Landes gelebt haben und Teil der Bevölkerung waren. Damit könne auch ein Zeichen gesetzt werden, dass man sich überall für ein friedliches Miteinander von Menschen jeder Nationalität und jeder Religion, aber auch mit Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen einsetzen muss. Die Elzer Historikerin Martina Hartmann-Menz habe in Nachforschungen festgestellt, dass auch Menschen aus Elz und Malmeneich Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden. Bei den bisher ermittelten Personen handele es sich sowohl um Opfer der sog „Euthanasie“ als auch um jüdische Menschen, deren Spuren in Archiven aufgefunden wurden. Durch die unmittelbare Nähe zu Hadamar gäbe es, so Lang, aber noch weitere Berührungspunkte mit diesem Teil der deutschen Geschichte. Auf dem Hadamarer Mönchberg befand sich eine der sechs „T4-Mordanstalten“. Die Opfer aus den Zwischenanstalten Idstein, Eichberg, Weilmünster und Scheuern wurden mit den sog. „grauen Bussen“ nach Hadamar verbracht. Diese Busse passierten in der Zeit der Gasmordphase mitten am Tag die Ortsdurchfahrt Elz. Viele ältere Menschen könnten sich noch an diese Zeit erinnern, woraus sich neben der Notwendigkeit der Aufarbeitung auch eine besondere Verpflichtung ergäbe, im Straßenbild an dieses Geschehen angemessen zu erinnern, so Lang. Lang weist darauf hin, dass sich In diesem Jahr das Kriegsende und damit auch das Ende der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft zum 70. Mal jähren. Gleichzeitig fänden in Deutschland Demonstrationen statt, in denen Ängste vor Fremden, aber auch Mitgliedern anderer Religionsgemeinschaften geschürt werden. Mit den Stolpersteinen könne auch in Elz sichtbar dokumentiert werden, dass das hohe Gut der Meinungsfreiheit gewahrt und das friedliche Miteinander von Menschen gleich welcher ethnischer, kultureller oder religiöser Prägung geschützt werde, wie es in einer aktuellen Resolution des Elzer Gemeindevorstands beschlossen wurde. Lang wies abschließend darauf hin, dass der Elzer SPD-Fraktion an einer breiten Zustimmung zu diesem Antrag gelegen sei. Daher soll der Antrag zunächst unter Beteiligung von Frau Hartmann-Menz im Ausschuss für Jugend, Kultur, Sport und Soziales beraten werden.